Konzept und Prototyp einer Webanwendung zur Organisation und Durchführung von Videosprechstunden

Type: Masterarbeit

Beginn: April 2017

Ende: Dezember 2017

Student: Dennis Labitzke

Tutor: Raphael Allner

Supervisor: Prof. Dr. rer. nat. Stefan Fischer

Forschungsgebiet

Der Begriff Telemedizin setzt sich aus Telekommunikation und Medizin zusammen. Damit werden vorrangig die Behandlungen von Patienten auf räumlicher Distanz beschrieben, welche zudem zeitlich asynchron ablaufen ko¨nnen. Längst wird Telemedizin deutlich  differenzierter  als  Beschreibung  für  ein  umfassendes  Themengebiet  von  medizinischen Anwendungen genutzt, welche auf Telekommunikations- und Informationstechniken basieren.  Der demografische  Wandel  führt  dazu,  dass  immer  mehr  alte  und  damit  auch häufiger  chronisch kranke  Menschen  von  einem  kleiner  werdenden  Anteil  der  arbeitenden Bevölkerung medizinisch versorgt werden müssen. Gerade im ländlichen Raum führt dies zu einer gravierenden Unterversorgung, wofür dringend Lösungen gefunden werden müssen.  Mit Anwendungen  der  Telemedizin  soll  die  Versorgung  neben  den  ländlichen auch in urbanen, gut versorgten Regionen in Bezug auf spezielle Fragestellungen verbessert werden.

In  den  letzten  Jahren  ist  die  Anzahl  zugeschnittener  telemedizinischer  Einzellösungen  wie die EKG-Vermittlung, Telekonsil-Systeme oder der Versand radiologischer Aufnah- men deutlich gestiegen. Dies hat zur Folge, dass je nach aktuellem Kontext (bspw. eine gemeinsame Diagnostik mit einem Telekonsil-System) unterschiedliche Anwendungen gleichzeitig und miteinander verwendet  werden.

Thema der Arbeit

Ein Problem, dem sich das deutsche Gesundheitswesen gegenüber stehen sieht und das in Zukunft noch gravierender werden wird, ist die medizinische Unterversorgung in ländlichen Gebieten. Um dem entgegen zu wirken, wird bereits seit einiger zeit das Potential der Telemedizin bezüglich einer Verbesserung der Versorgunslage untersucht.

Ein Anwendungsfall der Telemedizin sind die sogenannten Videosprechstunden, die dazu genutzt werden können, Ärzten und Patienten die Möglichkeit zu bieten, Folgeuntersuchungen und -konsultationen durchzuführen, ohne dass eine persönliche Anwesenheit notwendig ist. Dies kann insbesondere in Gebieten, in denen Arztpraxen einen großen Einzugsbereich haben, viele Vorteile bringen.

Ergebnisse

Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein System konzipiert und entwickelt, das eine einfache und unkomplizierte Planung und Durchführung solcher Videosprechstunden ermöglicht. Hierfür wurden im Rahmen einer Studienauswertung Tendenzen bezüglich der Nutzeranforderungen herausgearbeitet.

 Entstanden ist eine Anwendung, die es zum einen erlaubt, virtuelle Verbindungen zwischen Patienten und deren Ärzten herzustellen und zum anderen die Möglichkeit bietet, Videosprechstunden zu organisieren und durchzuführen.

Abbildung 1: Über die Praxisseiten kann ein Patient Kontaktanfragen an neue und ihn bereits persönlich behandelnden Ärzte stellen.
Über die Praxisseiten kann ein Patient Kontaktanfragen an neue und ihn bereits persönlich behandelnden Ärzte stellen.
Abbildung 2: Während einer Videosprechstunde können beispielsweise Folgeuntersuchungen durchgeführt werden (Symbolbild).
Abbildung 2: Während einer Videosprechstunde können beispielsweise Folgeuntersuchungen durchgeführt werden (Symbolbild).